Konische Gratnuten und -federn

Bei meinem aktuellen Projekt (Terrarium-Unterschrank aus Eiche) sollen Zwischenwände und Boden/Deckel mit Graten verbunden werden. Das Massivholz wird dadurch wirksam daran gehindert, sich zu werfen.

Im Internet findet man einige Beschreibungen zum Erstellen der Gratnuten und -federn auf dem Frästisch. Dabei wird praktisch überall davon ausgegangen, dass es bei der auf dem Frästisch leicht zu erzielenden Präzision unnötig ist, die Grate konisch auszuführen.

Ich habe einige Experimente gemacht und dabei folgende gegenteilige Erfahrungen gemacht:

  • Selbst bei nur einem Zehntelmillimeter Spiel ist die Verbindung nicht mehr fest.
  • Der besagte Terrarium-Unterschrank hat eine Tiefe von stolzen 700mm, damit ist es bei einer nicht konischen Ausführung nahezu unmöglich, die Teile zusammen zu schieben.

Die Grate müssen daher konisch ausgeführt werden und ich habe mir ein paar Gedanken gemacht, wie sich das bewerkstelligen lässt.

Die Fachliteratur empfiehlt einen konischen Verlauf von ca. 1 bis 1,5mm auf 10cm. Dies gilt aber für einen händisch hergestellten Grat, mit der Fräse lässt sich dieses Maß deutlich reduzieren.

Hier sieht man im Video, wie die beiden Teile eine kraftschlüssige Verbindung eingehen.

Folgende Empfehlungen kann ich aus der gemachten Erfahrung geben:

  • Zuerst die Gratnut anfertigen, denn zum Einpassen lässt sich die Gratfeder auf dem Frästisch wesentlich einfacher nachbearbeiten
  • Der jeweils gerade Teil von Gratnut und -feder bestimmt die Position der Teile zueinander. Beim Anzeichnen der Linie für die Gratnut muss die Linie daran ausgerichtet werden.
  • Bei der Gratfeder zuerst den geraden Teil anfräsen. Müssen mehrere Teile hergestellt werden, zunächst bei allen Teilen den geraden Teil anfräsen, ohne den Frästisch zu verstellen. Dadurch sind alle Teile wiederholgenau.
  • Anschließend den konischen Teil der Gratfeder fräsen. Die Gratfeder dabei zunächst zu breit herstellen und dann zehntelmillimeterweise herantasten und einpassen.